Deutschlandbesuch des beninischen Präsidenten

Der deutsche und beninische Präsident Bild vergrößern

Offizieller Besuch von Staatspräsident Boni Yayi in Deutschland

Auf Einladung des Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler hat der beninische Präsident Dr. Thomas Boni Yayi vom 23. bis 26. Oktober 2006, sechs Monate nach seinem Amtsantritt, Deutschland besucht. Er wurde von Außenministerin Mariam Aladji Boni Diallo und dem Minister für Wirtschaft, Finanzen und Entwicklung, Pascal Irénée Koupaki, begleitet.

Der Bundespräsident empfing seinen beninischen Amtskollegen mit militärischen Ehren im Schloss Bellevue. Darüber hinaus fanden in Berlin Gespräche mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Vertretern von Bundesregierung und Bundestag statt. Auf Einladung des Afrikavereins traf die beninische Delegation in Hamburg mit hochrangigen Vertretern der deutschen Wirtschaft zusammen, die am Handelsaustausch mit Benin oder an Investitionen dort interessiert sind.

Horst Köhler und Angela Merkel sagen Boni Yayi Deutschlands Unterstützung für die neue beninische Politik des „changement“ zu

Die deutschen Gastgeber des beninischen Präsidenten haben aufmerksam registriert, dass die neue beninische Führung das Land – heute noch eines der 15 ärmsten der Welt – aus der Stagnation der letzten Jahre herausführen will. Für sein ehrgeiziges Programm zur Entwicklung Benins erfuhr Boni Yayi Zustimmung und Ermutigung des Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin. Er nutzte die Gelegenheit des Besuchs, seine Strategie der Armutsbekämpfung und seine Entwicklungsziele zu erläutern. Dabei wies er auf die wichtige Vorarbeit seiner Vorgänger hin, die seit 1990 die beninische Demokratie in einer Weise konsolidiert hatten, die auch jetzt, im Frühjahr 2006, einen demokratischen und friedlichen Machtwechsel zugelassen hat.

Deutsche Entwicklungshilfe für Benin

Die während des Besuchs getroffenen Vereinbarungen wurden durch die bilateralen Regierungsverhandlungen vom Dezember 2006 präzisiert und finalisiert. Deutschland wird den bisherigen Umfang der technischen und finanziellen Zusammenarbeit in Höhe von 32 Millionen Euro auch im nächsten Zwei-Jahres-Zeitraum (2007/2008) beibehalten. Darüber hinaus bestätigte die Bundesregierung, den Bau einer Straßenüberführung am westlichen Ende der mit deutscher Hilfe errichteten Konrad-Adenauer-Brücke zu finanzieren, die im Dezember 2004 von Bundespräsident Köhler eingeweiht worden war. Schließlich wird Deutschland erstmals in der Geschichte der deutsch-beninischen Zusammenarbeit eine Budgethilfe in Höhe von sieben Millionen Euro innerhalb der beiden kommenden Jahre leisten, von denen fünf Millionen Euro für den Bildungssektor vorgesehen sind. Wenn Benin sein Engagement zur Förderung der guten Regierungsführung und zum Kampf gegen die Korruption mit konkreten Ergebnissen belegen kann, ist eine Erhöhung der Budgethilfe möglich.

Insgesamt wird sich die bilaterale deutsche Entwicklungshilfe für Benin in den kommenden zwei Jahren auf 34 Millionen Euro belaufen. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass Deutschland außerdem als größter EU-Beitragszahler mit einem Viertel an der Hilfe der EU-Kommission beteiligt ist.

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