GESCHÄFTSKONTAKTE mit BENIN

Zwar ist der Handelsaustausch zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Benin noch gering, deutsche Unternehmen werden aber verstärkt über das Internet von beninischen Unternehmen kontaktiert. Leider geht es dabei häufig nicht nur um Geschäftskontakte, sondern um die Erschleichung von Visa oder um Betrugsversuche. Der Botschaft sind Fälle bekannt, in denen die vermeintlichen Kunden trotz erteilter Visa nie bei dem deutschen Partnerunternehmen erschienen sind. Auch haben deutsche Unternehmen - neben nutzlosem zeitlichen Aufwand – finanzielle Verluste erlitten. (durch Übersendungen von Musterlieferungen, Dispositionen für vermeintliche Warenbestellungen, Hotelreservierungen, Geldüberweisungen für nicht erforderliche Registriergebühren etc.). Folgendes sollte daher bei Geschäften mit beninischen Firmen bedacht werden.

Als erster Schritt sollte mit der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Cotonou (Tel: 00229- 21 31 29 67) Kontakt aufgenommen werden. Die Botschaft kann eine (unverbindliche) Einschätzung zu Chancen und Risiken vornehmen.

Als weiterer Schritt empfiehlt sich ein Blick auf die Website der beninischen Handelskammer (Chambre de Commerce et d’Industrie du Bénin – CCIB): Dort ist das aktuelle Verzeichnis der in Benin registrierten Unternehmen abrufbar. 

Darüber hinaus sollte mit dem Conseil des Investisseurs Privés au Benin yahoo%27%fr,cipbenin Kontakt aufgenommen werden.


Einladungen von Geschäftspartnern

Vor der Versendung einer Einladung (die für die Visumserteilung erforderlich ist) sollte der deutsche Geschäftspartner versuchen, sich ein möglichst umfassendes Bild über den potentiellen Kunden zu machen. Dabei ist bei folgenden Konstellationen Vorsicht geboten:

Wenn die Kontaktaufnahme über das Internet in englischer Sprache erfolgt
Benin ist ein frankophones Land. Leider agieren von Benin aus auch Personen, die zur sog. „Nigeria Connection“ (von Nigeria aus weltweit operierendes Betrugsnetz) gezählt werden müssen. Das Internet gibt diesen Geschäftsleuten eine ideale Plattform: geringe Kommunikationskosten sowie die Möglichkeit, ohne Briefkopf und Logo zu arbeiten.

Wenn die Firma aus Benin so gut wie keine Informationen über sich selbst, ihre Geschichte, ihre Umsätze, ihre Märkte und Produkte, ggfs. Referenzen bereitstellt, sondern sofort eine Bestellung ankündigt und um eine (oder mehrere) Einladungen nach Deutschland bittet
Verdächtig ist auch, wenn die Firma keine näheren Informationen über die Produktewünscht, die sie in Deutschland zu kaufen beabsichtigt oder es sich um große Bestellungen von „Luxusartikeln“ (Reitstiefel, Badekleidung, Kunstbeschläge, Massagegeräte) handelt. Das deutsche Unternehmen sollte in jedem Fall prüfen, ob der beabsichtigte Besuch für die Geschäftsabwicklung tatsächlich üblich und erforderlich ist.

Wenn die Firma aus Benin Großaufträge in Aussicht stellt, die mit den wirtschaftlichen Gegebenheiten eines Entwicklungslandes wie Benin nicht in Einklang zu bringen sind
Die Botschaft verweist insofern auf die allgemeinen Informationen über Benin.

Wenn die Firma aus Benin zur Eile drängt
Wer mit der beninischen Bürokratie und vor allem mit den Hafen- und Zollbehörden zu tun hat, weiß, daß Geschäftsleute in Benin sehr viel Geduld mitbringen müssen. Daher ist es verdächtig, wenn der deutsche Partner z.B. gedrängt wird, die für die Visumserteilung erforderliche Einladung umgehend zuzusenden.

Wenn die Firma aus Benin nur eine Postfachadresse angibt
und erst auf Nachfrage eine normale Adresse nachliefert.

Wenn bei der Prüfung des Visumsantrags Zweifel bestehen, ob ein echtes Geschäftsinteresse besteht oder ob die Rückkehrbereitschaft des Reisenden gegeben ist, muß die Botschaft das Visum (auch zum Schutze deutscher Unternehmen) ablehnen. Solche Zweifel können bei der Visumsantragsprüfung z.B. entstehen,

- wenn die Firma aus Benin lediglich mit dem nötigen Mindestkapital (umgerechnet etwa 1.525,- Euro) registriert ist,
- wenn der Geschäftszweck, der sich aus der Importlizenz ergibt, mit den beabsichtigten Käufen in Deutschland nicht in Einklang steht,
- wenn die Firma aus Benin Mitarbeiter mit Minimalgehältern nach Deutschland senden will.

Leider kann die Botschaft aus Kapazitätsgründen für die deutschen Unternehmen keine Bonitätsprüfung durchführen. Sie kann nur die ordnungsgemäße Registrierung einer Firma in Benin überprüfen (Zeitdauer etwa zwei Wochen). Die Frage der Bonität wird damit nicht beantwortet, da das Mindestkapital für eine Unternehmensgründung in Benin lediglich bei 1.000.000 CFA (ca. 1.525,- Euro) liegt. Mit Bonitätsprüfungen kann hingegen der Vertrauensanwalt der Deutschen Botschaft beauftragt werden (Kosten ab 150,- Euro aufwärts).

Adresse (Kontaktsprache Französisch und Englisch)
Maître Arthur BALLE
03 B.P. 2082
Cotonou/Bénin
Tel.: 00229 / 21.31.82.48

Fax: 00229 / 21.31.82.47
e-mail: intnet%27%bj,avocaab

 

Bei Geschäften mit Benin sollten die im Exportgeschäft üblichen Absicherungen vorgenommen werden. Keinesfalls sollten Vorleistungen erbracht werden. Fälschungen von L/C sind hier schon bekannt geworden. Ein Rechtsstreit sollte angesichts des ineffizienten beninischen Justizsystems unbedingt vermieden werden.

Betrugsversuche

Deutsche Unternehmen werden immer wieder Opfer von Betrugsversuchen. In der  Regel erfolgt die Kontaktaufnahme über das Internet und häufig in englischer Sprache. Den deutschen Unternehmen werden Großaufträge in Aussicht gestellt; gelegentlich wird auch eine fingierte Ausschreibung im Internet durchgeführt und der deutschen Unternehmung nach einiger Zeit mitgeteilt, daß sie den Zuschlag erhalten habe. Allen Fällen ist gemeinsam, daß irgendwann eine Musterlieferung oder eine Zahlung auf ein Konto in Benin erfolgen soll, sei es für Provisionen, Registrier- oder Anwaltsgebühren o.ä. Falls die deutsche Firma dann mißtrauisch wird, drängt plötzlich die Zeit. Der Kontaktpartner aus Benin droht, den Auftrag zu stornieren bzw. der bei der angeblichen Ausschreibung zweitplazierten Unternehmung den Auftrag zu erteilen. Besonders häufig ist in letzter Zeit der Versuch gewesen, deutsche Unternehmen davon zu überzeugen, dass vor einem Export eine Registrierung bei einer beninischen Behörde erforderlich sei. Die dafür entstehenden Kosten sollen vorab überwiesen werden. Tatsächlich besteht eine solche Registrierungspflicht aber nur für den Importeur aus Benin, nicht jedoch für den Exporteur aus dem Ausland.

Der Importeur muß über eine Importerlaubnis (Carte d’Importateur) verfügen. Um die Seriosität des Geschäftspartners zu überprüfen, sollte um Übersendung einer Fotokopie dieser „Carte d’Importateur“ gebeten werden. Meist bricht der „beninische Geschäftspartner“ den Kontakt dann ab. Sollte eine Fotokopie übersandt werden, ist die Botschaft gerne bereit, deren Richtigkeit vor Ort überprüfen zu lassen.

Die Botschaft rät grundsätzlich zur Vorsicht, wenn der Geschäftspartner aus Benin nicht bekannt ist (keine Überweisung von Gebühren, keine Musterlieferungen). Bei Internet-Ausschreibungen sollte über die Botschaft geprüft werden, ob die ausschreibende Institution oder Firma wirklich existiert. Hierfür wird jedoch ein ausreichender Zeitvorlauf benötigt. Versuche, einen einmal entstandenen Schaden auf rechtlichem Wege zu beheben, sind in Benin derzeit so gut wie aussichtslos, auf alle Fälle aber extrem langwierig und kostenintensiv.

 

ALLGEMEINE INFORMATIONEN über BENIN

1. Politische Lage

Ursprünglich französische Kolonie (Dahomey) und seit 1960 unabhängig, erlebte Benin eine turbulente, von Machtkämpfen gezeichnete Anfangsphase, die mit dem Militärputsch des damaligen Major Kérékous 1972 endete. 1976 in Volksrepublik Benin umbenannt, orientierte sich das Wirtschaftssmodell an sozialistischen Vorbildern. Das Auseinanderfallen des Sowjetblocks sowie eine katastrophale Wirtschaftslage erzwangen 1990 die Öffnung Benins und eine Neuorientierung an demokratischen, marktwirtschaftlichen Vorbildern. Friedliche Machtwechsel an der Spitze des Staates prägen seither das Bild. Hinzu kommen hohe Geberzusagen. Benin gilt deswegen zur Zeit als eines der stabilsten Länder in Afrika.

Benin ist eine Präsidialdemokratie mit Einkammerparlament. Herausragend ist die Stellung des Präsidenten als Staatsoberhaupt, Regierungschef und Oberster Befehlshaber der Streitkräfte. Gewaltenteilung, Achtung der Menschenrechte und Rechtstaatlichkeit sind die demokratischen Kernelemente, auf denen die Verfassung beruht. Insgesamt ist der Staatsaufbau in seiner Untergliederung in 12 Departements und 77 Gemeinden nach französischem Vorbild bisher stark zentralistisch ausgerichtet. Eine von verschiedenen Gebern unterstützte Dezentralisierung ist aber eingeleitet; seit Anfang 2003 amtieren in den Gemeinden frei gewählte Bürgermeister.

Für weitere Informationen verweist die Botschaft auf die Länderinformationen in der Website des Auswärtigen Amts

 

2. Wirtschaftliche Lage

Benin zählt zu den ärmsten Ländern der Welt.  Die Wirtschaft Benins wird, wenn man von der Entwicklungszusammenarbeit einmal absieht, vom Transithandel mit den Nachbarländern, insbes. mit Nigeria. Die Industrie spielt nur eine untergeordnete Rolle. Im übrigen wird ein großer Teil der beninischen Wirtschaftsleistung im informellen Sektor (Schattenwirtschaft) erbracht, so daß die verfügbaren Zahlen nur wenig aussagekräftig sind. Baumwolle ist das Hauptausfuhrprodukt Benins. Sein Anteil an den beninischen Exporten liegt zwischen 70 und 80%. Weitere landwirtschaftliche Exportgüter sind Erdnüsse und Ananas. Große Teile der beninischen Landwirte betreiben aber weiterhin noch Subsistenzwirtschaft.

Was den Transithandel betrifft, so bedient der Hafen Cotonou vor allem den Nachbarmarkt Nigeria. Einige Unternehmen haben Cotonou als Standort ausgesucht, da die Lebensbedingungen in Cotonou vielfach einfacher als in Lagos/Nigeria sind. Das Risiko besteht jedoch darin, daß Nigeria seine Importregelungen jederzeit ändern kann und der Export nach Nigeria dann plötzlich nicht mehr möglich ist. Auf der anderen Seite hat sich durch derartige nigerianische Einfuhrbestimmungen der informelle Handel zwischen beiden Ländern stark entwickelt. Da die Grenze zwischen den beiden Ländern nicht kontrolliert werden kann, wird Benin als Standort genutzt, um nigerianische Einfuhrvorschriften zu umgehen. So hat sich z.B. der größte Gebrauchtwagenmarkt Westafrikas in Cotonou entwickelt. Seitdem Nigeria Einfuhrbeschränkungen für Gebrauchtwagen erlassen hat, werden die Fahrzeuge nach Cotonou verschifft und von hier weiterverkauft.

Bislang haben sich in Benin nur wenige Industrien angesiedelt. Es gibt drei Zementfabriken, die in erster Linie den heimischen Markt bedienen (davon eine deutsche Investition, CIMBENIN –Heidelberger Zement-). Chinesische Investoren haben sich seit kurzem im Textilsektor engagiert; außerdem wird aus Baumwollkernen, Palmfrüchten und Soja z.T. hochwertiges Speiseöl gewonnen. Das Investitionsklima in Benin ist weiterhin stark verbesserungswürdig. Dies betrifft vor allem die Bereiche Rechtssicherheit und Bürokratie, aber auch die vergleichsweise hohen Nebenkosten (insbes. für Energie, Telekommunikation, Transport und Hafen).

Aufgrund dieser wirtschaftlichen Situation sind die Marktchancen für deutsche Produkte in Benin beschränkt. Als Konsumenten in Benin kommen i.d.R. nur die wenigen wohlhabenden Beniner sowie die ausländische Gemeinde in Cotonou in Frage. Deutsche Produkte müssen sich vor allem gegen die französische Konkurrenz im frankophonen Benin durchsetzen.  Der beninische Markt ist zudem noch sehr unübersichtlich strukturiert, was die Distributionswege betrifft. Die wenigen größeren Handelsunternehmen sind oftmals in libanesischer Hand; deshalb rät die Botschaft, den libanesischen Honoralkonsul Herrn Assad Chagoury zu kontaktieren, der entsprechende Anfragen an mögliche Geschäftspartner aus der libanesischen Community weiterleiten kann:

 

M. Assad Chagoury
Consul Honoraire du Liban
01 B.P. 2511
Cotonou
Tel. ++229-21.33.43.38
Fax: ++229-21.33.19.20

Außerdem sollte man sich an die beninische Industrie- und Handelskammer wenden, die versucht, den Service zu verbessern. Dabei sollte aber deutlich gemacht werden, daß ausführliche Informationen über mögliche beninische Geschäftspartner gewünscht werden und nicht lediglich Hinweise auf Geschäftsinhaber, Branche und Registrierungsnummer.

In beiden Fällen ist es zwar möglich, Englisch als Geschäftssprache zu verwenden, es wäre aber besser, den Kontakt in französischer Sprache aufzunehmen.

Ein weiterer, wichtiger Ansprechpartner ist der Conseil des Investisseurs Privés au Bénin
Tel: 00229 21 31 47 67
E-Mail yahoo%27%fr,cipbenin

Entreprendre au Bénin

Europa-Paletten

Der Europäische Wirtschaftskreis (Cercle Économique Européen) ein loser Zusammenschluß der Vertreter europäischer Unternehmen in Benin hat erste (absichtlich nicht abschließende) Informationen zu den Bedingungen von Unternehmensgründungen zusammengestellt.

Germany Trade & Invest (GTAI)

Germany Trade and Invest

Germany Trade & Invest ist die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Die Gesellschaft vermarktet den Wirtschafts- und Technologiestandort Deutschland im Ausland, informiert deutsche Unternehmen über Auslandsmärkte und begleitet ausländische Unternehmen bei der Ansiedlung in Deutschland.