Entwicklungspolitische Zusammenarbeit
Benin ist, dank seiner 1990 getroffenen politischen Entscheidung für eine liberale Demokratie ein Schwerpunktland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ). Die 1960 begonnene deutsch-beninische Zusammenarbeit findet breite Zustimmung in der Bevölkerung und ist für ihre Qualität bekannt. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist für die EZ zuständig; die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ / technische Zusammenarbeit) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW / finanzielle Zusammenarbeit) führt sie im Rahmen von gemeinsamen Sektorprogrammen aus. Die Gesamtsumme der bilateralen Zusammenarbeit beläuft sich seit 1960 auf 920 Mio EUR. Bei den letzten Regierungsverhandlungen im Oktober 2010 in Bonn hat Benin eine Zusage über 70 Mio EUR erhalten. Diese Zusage bestätigt eine vertrauensvolle Kooperation und setzt neue Akzente zur Unterstützung der Wachstums- und Armutsbekämpfungsstrategie (Stratégie de Croissance pour la Réduction de la Pauvreté, SCRP III 2011-2015).
Die Zusammenarbeit orientiert sich an den Entwicklungsachsen des SCRP, um die Milleniumsziele Entwicklung zu erreichen, und konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte:
DEZENTRALISIERUNG UND KOMUNALENTWICKLUNG:
Unterstützung der nationalen Politik zur Steigerung der kommunalen Selbstverantwortung und Kompetenz für soziale und bürgernahe Dienstleistungen vor Ort sowie die Verbesserung der ländlichen Elektrifizierung in Höhe von 17 Mio EUR.
INTEGRIERTE WASSERWIRTSCHAFT:
Das Programm trägt zur Schließung von Versorgungslücken im Trinkwasser- und Sanitärbereich mit 24 Mio EUR bei.
LANDWIRTSCHAFT:
Im Rahmen des Programmes wird die beninische Regierung bei der Entwicklung der nationalen Landwirtschaftsstrategie beraten, unter Einbeziehung des Privatsektors (Förderung der Landwirtschaftsprodukte Karité-, Cashew-Nüsse, Reis und Baumwolle - "Aid by Trade" und "Cotton made in Africa") und des Schutzes der Biosphäre durch die Gründung der „Stiftung Westafrikanische Savanne“; 19 Mio EUR.
Zusätzlich unterstützt Deutschland die Grundbildung mit 5 Mio EUR im Rahmen der Initiative "Fast Track"/"Global Partnership for Education" für den Bau schulischer Infrastruktur und für die Kapazitätsverstärkung der regionalen Schulbehörden.
Deutschland beteiligt sich darüber hinaus an der Energieversorgung mit einem Beitrag zur Regionalinitiative "West African Power Pool".
Seit 2008 engagieren sich landesweit junge Freiwillige in sozialen Projekten im Rahmen des Freiwilligen-Programmes des BMZ "Weltwärts". Zahlreiche Initiativen der deutschen Zivilgesellschaft, der Kirchen, der Städte und Gemeinden unterstützen die beninische Gesellschaft bei ihrem Kampf gegen die Armut; teilweise mit finanziellen Beiträgen des BMZ.
Schließlich unterstützen die deutschen politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung, Hanns-Seidel-Stiftung), die ein hohes Ansehen genießen, mit ihren beninischen Partnern den Dialog zur Förderung der Demokratie.